Als Pferdebesitzer oder Reiter kommen Dir sicherlich auch etliche Meinungen über die Pferdefütterung zu Ohren. Einige davon halten sich wacker, andere wiederum variieren ständig und werden wie bei der kindlichen Flüsterpost von mal zu mal interessanter. Für Dein Tier möchtest Du selbstverständlich das Beste und deshalb gestaltet sich das Weghören als überaus schwierig. Im Reitsport kursieren leider viele Aussagen, denen aber oft handlegende Fakten fehlen. Nachdem die Pferdefütterung aber mit eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Pferdeleben darstellt, ist es essenziell hierzu selbst ausreichend Bescheid zu wissen, damit es gar nicht erst zu irgendwelchen Pferdekrankheiten kommen kann. Wir haben einige Irrtümer aufgegriffen und möchten Dir diese gerne zu Info-Zwecken aufschlüsseln.

Der erste Irrtum: Pferde sollten alle Heu ad libitum fressen dürfen

Raufutter ist zwar der größte Anteil, den Dein Pferd an Futter bekommen sollte, jedoch muss hier tatsächlich von Pferdetyp zu Pferdetyp unterschieden werden. Gerade Robustpferderassen oder leicht arbeitende Freizeitpferde können bei der Fülle an fressbarem Material sogar mit reinem Heu krank gefüttert werden. Warum? Nun, leider haben sich in den letzten Jahren die Aussaaten für bewirtschaftete Wiesen verändert. Das Gras muss schnell dicht wachsen und außerdem hohe Nährstoffwerte für die Milch-Landwirtschaft vorweisen. Ein Überschuss für leichtfuttrige Pferde ist demnach vorprogrammiert. EMS und Hufrehe können dann schnell zum Thema werden. Besser für diese Tiere wäre portioniertes Füttern von Heu in Netzen mehrmals (mind. 3-4x) über den Tag verteilt. Das gewährleistet eine langsame, dosierte Futteraufnahme und ist bedarfsgerecht.


Der zweite Irrtum: Fresspausen darf es nicht geben

Erklären lässt sich das Ganze ähnlich wie Irrtum 1. Fressen Pferde rund um die Uhr Milchvieh-Heu kann das ebenso zu Pferdekrankheiten führen, als würde es viele Stunden nichts bekommen. Klar, ohne Futter wird der Pferdemagen sehr belastet, da dort kontinuierlich Magensäure produziert wird. Aber wieder gilt der Grundsatz: An das Tier angepasste Raufutter-Portionen in Säcken oder speziellen Raufen einfach mehrmals über den Tag verteilt zu geben, ermöglicht ebenfalls eine konstante Futteraufnahme und schont somit seinen sensiblen Magen.


Der dritte Irrtum: Zusatzfutter? Pferd braucht das nicht unbedingt

Da Du nun weißt, dass unser Heu meist von Wiesen aus Milchleistungs-Betrieben kommt, wirst Du sicher verstehen können, warum hier ein Fehler vorliegt. Das Nährstoffangebot dieser Heuballen weist ganz andere Schwerpunkte (Proteine, Zucker, Energie) auf, als sie unsere Pferde eigentlich benötigen würden. Tatsächlich verändert sich das Heu sogar von Region zu Region. So fehlt den Pferden evtl. hier Selen und dort Mangan, je nachdem wieviel Mineralstoffe oder Spurenelemente sich im Futter befinden. Demnach macht es wirklich Sinn, dass Zusatzfutter dem Pferd zugeführt wird. Eine Blutanalyse vom Tierarzt kann beispielsweise genaue Mängel als momentaner Ist-Wert anzeigen. Bedarfsgerechte Zufütterung ist also ein guter, zielgenauer Beitrag zur Pferdefütterung und hat so manches Tier vor drohenden Pferdekrankheiten bewahrt. Schließlich gibt es auch noch unterschiedliche Bedürfnisse. Von Junior bis Senior, von Freizeit-Chiller bis Extremsportler - jedes Pferd braucht andere Nährwerte, die es in seinem Körper zur Gesunderhaltung umsetzen kann.


Der vierte Irrtum: Hafer schürt das Temperament des Pferdes

Dass der Hafer sticht hält sich beständig. Aber gerade Hafer ist eigentlich das am besten verträgliche Getreide für Dein Pferd. Wieder liegt die Kunst in der Dosierung. Ein tüchtig arbeitendes Pferdchen darf also gerne Hafer bekommen und zwar mehr als ein Tier, welches vielleicht nur 3x die Woche bewegt wird. Verständlich, oder? Erneut ist die bedarfsgerechte Fütterung ein Thema. Um nur dann Energie zuzuführen, wenn sie vom Tier benötig wird. Außerdem wirkt sich Hafer positiv "auskleidend" auf den Magen aus, wird meist schon im Maul gut eingespeichelt und punktet sogar mit essenziellen Aminosäuren, die gerade im aktiven Reitsport sehr von Bedeutung sind (Muskelaufbau).


Der fünfte Irrtum: Pferde wollen gerne überständiges Gras oder sehr grobes Heu

Fataler Trugschluss. Vor allem für Pferdebesitzer, deren Tiere schon von älterem Semester sind. Ja, grobes Heu/Gras hat wohl schon mehr Raufaser, aber diese in diesem Fall extreme Faser lässt sich von vielen Pferden (besonders ältere Tiere mit weniger Zahnsubstanz) nur teilweise zerkleinern und sehr schlecht verdauen. Bemerkbar machen kann sich das anhand von ständig wiederkehrendem Kotwasser, Blähbauch und schlimmstenfalls Kolik. Beim Kauf von Heuballen immer nach dem Schnittzeitpunkt fragen. 1. Schnitt, geerntet Ende Mai bis knapp Mitte/Ende Juni sollte wohlig duftende, weichere Halme/Blätter aufweisen und von grüner Farbe sein. Vorsicht auch bei Wiesenmaterial aus Bachlauf-Nähe. Neben grobem Schilf könnten sich auch giftige Pflanzen im Heu/Gras befinden. Nicht immer selektieren Pferde aus.


Der sechste Irrtum: Pferde können ruhig den ganzen Tag auf einer abgefressenen Weide verbringen

Meist heißt es: "Da steht sowieso nix. Das schadet nicht." Leider nicht korrekt. Abgefressenes Gras hat Stress, schüttet vermehrt Zucker aus (Hufrehe-Gefahr!), wird von Hahnenfuß-Gewächsen oder Klee gerne mal verdrängt und dieser geht sogar teilweise in Symbiose mit giftigen Pilzsporen ein. Werden wieder und wieder Teile mit gefressen, wirkt sich das toxisch aus und es kann zu Problemen an den Entgiftungsorganen kommen. Hat die Weide keine Gras-Anteile mehr zu bieten, wird das Tier einfach über kurz oder lang an "Unkräutern" rupfen.

Außerdem fressen sie Grashalme dann teils bis zur Wurzel ab, was zu einer bösen Sandkolik führen kann. Ideal wäre daher ein stetiger Wechsel von Koppel zu Koppel. Abgefressenes bekommt eine Wuchspause, Unkraut gedeiht weniger und die Grasnarbe wird ebenfalls geschont. Ein wirklich simpler Beitrag zur Pferdefütterung, der Deinen Schatz aber vor allerlei Pferdekrankheiten schützen kann.

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