Von Marie Augustin
Alpurial - Jun  15 2020

Welches Pferd frisst was? Alpurial Magazin

Unterschiede in der Ernährung gibt es nicht nur bei uns Menschen. Auch bei der Pferdefütterung spielen unterschiedliche Faktoren mit, die entscheidend sind welche Futtermittel das Tier zu fressen bekommt. Während die Futtermenge davon abhängt wie Haltung und Pferdetypus konzipiert sind, zeigt sich das "was" zusätzlich kompliziert. Ein komplexes Thema also, denn Pferdefutter ist nicht gleich Pferdefutter und Pferd eben nicht gleich Pferd.
Damit Du dennoch etwas Durchblick ins Futterchaos bekommst, möchten wir Dir gerne ein paar dieser Sachverhalte aufschlüsseln.  

Raufutter - die Rohfasergrundlage Nummer Eins

Fakt ist:
Ob täglich trainierte Sportpferde, ein altes Pferd, die Zuchtstute oder das geherzte Freizeitpferd - alle müssen dauerhaft Zugang zu ausreichend Raufutter in Form von Heu bekommen. Diese Basisgrundlage ist ausschlaggebend für einen gut funktionierenden Verdauungstrakt und ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Denn wie Du sicher weißt, müssen Pferde beinahe kontinuierlich knabbern, um gesund zu bleiben. 

Den sogenannten Erhaltungsbedarf (Überleben ohne Leistung) kannst Du allein durch hochwertiges Raufutter decken. Meist wird als Faustregel ca. 1,5 kg Heu auf 100 kg Lebendgewicht des Tieres angerechnet. WIrd jedoch deutlich Arbeitsleistung erbracht, muss auf eine leistungsorientierte Pferdefütterung geachtet werden.

Turnierpferde leistungsstark füttern

Die heutige Pferdezucht hat neben fast grenzenlosem Potential, unglaublicher Rittigkeit, atemberaubender Bewegungsabläufe auch ein hohes Leistungsniveau hervorgebracht. Dass diese Pferde sich nicht mehr natürlich ernähren können, wie einst ihre wildlebenden Vorfahren, ist klar. Mit deren kargen Futter hätten sich Turniercracks ohnehin niemals entwickeln können.

Allein mit mehr Heu wird es also schwierig dem Sportler das zu geben, was sein athletischer Körper benötigt. Der erhöhte Nährstoffbedarf muss demnach mit zusätzlichen Futtermitteln gedeckt werden. Hier kommt Kraftfutter ins Spiel. Das kann ein sorgsam zusammengestelltes Hochleistungsmüsli mit Getreidekomponenten sein oder auch Luzernecobs, die viel Eiweiß liefern. Dazu können Öle für Sportpferde interessant sein. Sie liefern rasch Energie und halten die Verdauung in Fluss. Viele Turnierpferde bekommen außerdem Zusatzfuttermittel für Gelenke, Sehnen und Bänder (z. B. Glukosamin, Grünlippmuschelextrakt oder Teufelskralle) und ein höher dosiertes Mineralfutter. Bei der hohen Beanspruchung ihrer Gesamtheit nachhaltig sinnvoll. 

Die dynamische Fütterung vom Freizeitpferd

Das Leben von Freizeitpferden gestaltet sich etwas entspannter als das der Sportpferde. Ihre Leistungen sind "überschaubar". Von etwas Platzarbeit über schöne Geländeritte bis hin zu Horsemanship und Zirzensik sind diese zwar umfangreich gestaltet, jedoch werden die Arbeitssektionen eher selten zur großen Belastung für das Tier. Als Haltungsform wird die Offenstallhaltung bevorzugt, wo die Tiere sich frei mit ihren Artgenossen bewegen können. Hinzu kommt der oft mehrstündige Aufenthalt auf der Koppel. 


Heißt, ein Freizeitpferd kann sich schon mit Gras einen Teil seiner Ernährung einholen. Dazu kommt dann noch die Mindestmenge an Raufutter (siehe Erhaltungsbedarf) oder sogar Heu ad lib. Vielen Pferden (z. B. Robustpferde wie Isländer, Fjordpferd etc...) ist das schon zu viel. Daher leiden leider einige von ihnen an "Wohlstandskrankheiten" wie Hufrehe, EMS etc... Diese Rassen entsprechen einfach noch unseren damaligen Wildformen und sind mit spärlichem Futter über den Tag verteilt oft besser bedient. Hier gilt: Das Auge des Betrachters/Besitzers füttert das Tier! Kraftfutter ist trotz Belastung meist nicht notwendig.

Besitzt Du aber ein Pferd, das vielleicht eher dem schlanken, schwerfuttrigem Typ entspricht, macht es Sinn ihm nach eurem Tun einen Zusatz an Pferdefutter zu verabreichen. Meist reichen hier schon eingeweichte Heucobs oder ein auf Freizeitpferde abgestimmtes Müsli. Notwendige Mineralien sollten wieder durch ein angepasstes Mineralfutter zugeführt werden, denn unsere bewirtschafteten Wiesen sind, was Nährstoffe angeht, bedauerlicherweise nicht mehr ausreichend.

Altes Pferd & Zuchtstute erfolgreich futtertechnisch beeinflussen

Du hast es erkannt, wieder muss Futter dem Pferd angepasst werden. Gerade ältere Tiere haben einen hohen Bedarf an essentiellen Nahrungsbausteinen, die über die Pferdefütterung gedeckt werden müssen. Bei einer Nährstoffverarmung kann der Stoffwechsel sich deutlich verlangsamen, was das Pferd tatsächlich schneller altern lässt. Hormonhaushalt, Entgiftung und die Zellfunktionen kommen aus dem Gleichgewicht. Ein ausreichender Mineralstoffkomplex ist folglich außerordentlich wichtig für das Tier.

Fakt ist:
Vor allem Magnesium in Verbindung mit Kräutern (z. B. Weißdorn, Teufelskralle, Ginseng, Ingwer) und einem Traubenkernextrakt sollen beispielsweise Herzleistung, Wetterfühligkeit, Immunsystem, Bewegungsabläufe und Verdauung positiv beeinflussen.

Das Futter muss für Pferd also alterstechnisch konfiguriert werden. Aufgrund von Schwerfuttrigkeit (altersbedingt und durch fehlende oder abgeschliffene Zähne) kommt neben dem Raufutter oftmals eingeweichtes Futter (Heucobs) zum Einsatz. Diese weiche Alternative ist, wenn sie gut Struktur hat, ein gleichwertiger Heuersatz. Überdies ruhig ab und an ein warmes Mash (Weizenkleie, Leinsamen) kredenzen. Das erfreut sicher jeden Oldie. So kann selbst ein altes Pferd seinen Lebensabend noch vollwertig genießen.

Für Zuchstuten gilt:

Um eine vollständige Nährstoffzufuhr zu gewährleisten, die die Fruchtbarkeit der Stute erfolgreich ankurbelt, ist ein erhöhter Bedarf an Zusatzfutter notwendig. Fehlen wichtige Nährstoffe kann es im schlimmsten Fall später sogar zum Verfohlen kommen. Gutes Mineralfutter ist daher das A und O für eine Zuchtstute. 

Zu Anfang der Trächtigkeit sind Beta-Carotin und Vitamin E nicht zu vernachlässigen. Diese Nährstoffe unterstützen das Überleben des Embryos in der frühen Phase. In den letzten Monaten der Tragezeit steigt der Energiebedarf der Stute an. Hier muss darauf geachtet werden, dass nicht überfüttert wird, sonst könnte das Ungeborene zu viel an Masse gewinnen. Ein eiweißreiches Zuchtfutter kann hochträchtige Stuten dann bedarfsmäßig und hormonell Hilfe leisten. Dieses Pferdefutter wirkt sich außerdem positiv auf die Milchleistung aus, wenn sie später Ihre Kleinen säugen.

Kurz vor Termin des Abfohlens müssen die Magnesiumreserven des Pferdes nochmals aufgetankt werden. Auch Selen und Calcium spielt dann eine große Rolle. Es macht absolut Sinn das Tier mehrmals in der Trächtigkeit vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Er kann bei möglichem Mangel oder Überfluss sofort die richtigen Maßnahmen einleiten.

Resümee zum Thema


Das Leben von Freizeitpferden gestaltet sich etwas entspannter als das der Sportpferde. Ihre Leistungen sind "überschaubar". Von etwas Platzarbeit über schöne Geländeritte bis hin zu Horsemanship und Zirzensik sind diese zwar umfangreich gestaltet, jedoch werden die Arbeitssektionen eher selten zur großen Belastung für das Tier. Als Haltungsform wird die Offenstallhaltung bevorzugt, wo die Tiere sich frei mit ihren Artgenossen bewegen können. Hinzu kommt der oft mehrstündige Aufenthalt auf der Koppel. 

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